Wir alle kennen das: Die wichtige Aufgabe steht auf der Liste, aber wir schieben sie vor uns her. Wir checken E-Mails, räumen den Schreibtisch auf oder scrollen durch soziale Medien – alles, nur nicht das.
Die gängige Erklärung? „Mir fehlt die Disziplin." Doch das ist ein Irrtum. Aufschieben ist kein Charakterfehler – es ist eine emotionale Fluchtreaktion. Und genau hier liegt der Schlüssel zur Lösung.
Aufschieben ist keine Faulheit – es ist Emotionsregulation. Wenn eine Aufgabe unangenehme Gefühle auslöst (Überforderung, Angst vor Versagen, Langeweile), flieht unser Gehirn instinktiv vor diesem Gefühl.
Die Forschung zeigt: Menschen schieben nicht auf, weil sie die Aufgabe nicht können – sondern weil sie das Gefühl nicht aushalten wollen, das mit der Aufgabe verbunden ist.
Das Tückische: Aufschieben verschafft uns kurzfristig Erleichterung – aber langfristig wird alles schlimmer.
„Aufschieben ist nicht das Problem – es ist die Lösung für ein tieferliegendes Problem." – Tim Pychyl
Statt gegen das unangenehme Gefühl anzukämpfen, benenne es: „Ich merke, dass ich mich überfordert fühle." Allein das Benennen reduziert die emotionale Intensität.
Starte mit einer Mini-Version der Aufgabe: „Ich schreibe nur die Überschrift." Oft reicht das, um den Widerstand zu durchbrechen.
Statt „Projektbericht schreiben" → „5 Bullet Points notieren". Je kleiner die Aufgabe, desto weniger Widerstand.
Setze dich bewusst für 60 Sekunden mit dem unangenehmen Gefühl hin. Atme ruhig. Oft verflüchtigt sich der Widerstand danach.
Belohne dich dafür, dass du angefangen hast – nicht erst, wenn die Aufgabe fertig ist. Das motiviert zum nächsten Schritt.
💡 Lesetipp: Viele gute Vorsätze scheitern nicht an Disziplin, sondern an fehlenden Systemen. Warum Gewohnheiten besser funktionieren als Willenskraft, erfährst du im Artikel Warum gute Vorsätze scheitern – und wie Gewohnheiten wirklich entstehen.
Die besten Anti-Aufschiebe-Strategien sind nicht Motivations-Tricks – sondern Systeme, die das Aufschieben strukturell erschweren.
💡 Lesetipp: Gerade in grauen Wintermonaten fällt der Start besonders schwer. Wie du trotzdem mental stark bleibst und deine Resilienz trainierst, liest du hier: Mentale Stärke in grauen Zeiten – wie du deine Resilienz trainierst.
Im nächsten Booster29 am 06.03.2026 | 09:00 – 09:29 erfährst du, wie du Aufschieben im Arbeitsalltag systematisch unterbrichst.
Jetzt anmeldenAufschieben ist kein Disziplinproblem – es ist ein Emotionsproblem. Wenn du verstehst, warum du aufschiebst, kannst du gezielt gegensteuern.
Die Lösung liegt nicht in mehr Willenskraft – sondern in besseren Systemen, emotionaler Akzeptanz und kleinen, machbaren Schritten.
Dein nächster Schritt: Wähle eine der fünf Strategien aus und teste sie heute. Du wirst überrascht sein, wie viel sich verändert, wenn du das Gefühl statt der Aufgabe in den Fokus nimmst.